Edward Elgar (1857–1934) gehört zu den zentralen Figuren der englischen Musik um 1900; sein Schaffen ist im späten Viktorianismus und in der Edwardianischen Epoche verankert, also in einer Kultur, die einerseits von imperialer Selbstgewissheit, musikalischem Amateurwesen und Chorkultur geprägt war, andererseits von der Suche nach einer erneuerten nationalen Tonsprache.

Innerhalb von Elgars kammermusikalischem Œuvre nimmt das Klavierquintett a-moll op.84 eine Schlüsselstellung ein. Gegenüber dem Streichquartett op. 83 wirkt es klanglich noch breiter und in der Formdisposition noch stärker auf symphonische Expansion hin orientiert, während es zugleich die Konzentration und innere Verdichtung des Stiles der Kriegsjahre bewahrt. Es ist damit ein Werk, in dem Elgars Spätstil in kammermusikalischer Form besonders deutlich hervortritt: reduzierte Gattungsgröße bei hoher formaler Dichte, expressive Harmonik, motivische Ökonomie und ein subtiler, oft düster gefärbter Klangcharakter.

Im Kurs soll das Werk teils gemeinsam analysiert, teils von den Kursteilnehmer*innen selbständig erarbeitet und in Form von Präsentationen vorgestellt werden.